Sprecher

Charlie, Der Diener

Stil, ja darüber lässt sich streiten. Und der ein oder andere ist ein eher hartnäckiger Vertreter im Beharren auf den eigenen Stil. So Butler Charly. Natürlich ist er bei den Temples hoch geschätzt, aber unter einem englischen Butler stellt man sich doch etwas anderes vor. Seine Kunst Tee oder Kaffee zu kochen ist durchaus umstritten. Nicht immer meldet er sich diskret an, bevor er den Temples einen Gast ankündigt. Und ein ewiger Streitpunkt ist und bleibt sein "okay". Wie oft hat Paul Temple schon versucht ihm diese amerikanische Angewohnheit abzugewöhnen? Doch ohne Erfolg. Und so wird Paul Temple noch in alle Ewigkeit Ovid zitieren und "Bei Morpheus!" ausrufen, Charlie wird ihm immer mit einem freundlichen und — zugegebenermaßen - etwas schadenfrohen Lächeln antworten: "Okay, Mr. Temple!".
 
Herbert Hennies
Curzon, Vandyke, Jonathan, Gilbert, Spencer
 
Eric Schildkraut
Genf

Ernst Ginsberg

Ernst Ginsberg, 1904 in Berlin geboren, erwarb sich das Prinzip seiner Theaterarbeit ab 1922 bei der Holtorf-Gruppe in Holstein, die sich ganz der Werktreue verschrieben hatte 1924 wechselte er an die Münchner Kammerspiele, wo er 1926 von Berthold Viertel entdeckt wurde, der ihn ans Düsseldorfer Schauspielhaus brachte 1928 bis 1933 spielte Ernst Ginsberg an der Volksbuhne und an den Reinhardt-Buhnen in Berlin 1933 emigrierte Ginsberg in die Schweiz, wo er mit anderen Emigranten in Zürich eine der führenden Buhnen Europas aufbaute Seit 1952 wirkte er gleichzeitig am Residenztheater in München und am Schauspielhaus Zürich, bis er seine Karriere als Schauspieler und Regisseur aufgrund einer schweren Krankheit aufgeben musste Wichtige Rollen in Ginsbergs Buhnenlaufbahn waren Don Carlos, Tasso, Mephisto, Franz Moor und Marmelli, besonders eindrucksvoll war er in Molieres Figuren, als Aiceste, Harpagon oder Tartuffe.
Ernst Ginsberg starb am 2 Dezember 1964 in Zürich.
 
Wilfried Stirling
Gilbert
 

Paul Temple, die perfekte Illusion

Laut seinem Schöpfer Francis Durbridge, wurde Paul Temple als Sohn des Generals lan Temple in Ontario geboren. Bereits in jungen Jahren verschlug es den stilsicheren Herrn nach England, wo er das renommierte Rugby und Magdalen College in Oxford besuchte. Im Alter von 22 Jahren begann er, seinen Unterhalt mit dem Schreiben von Detektivgeschichten zu verdienen. Der Zufall wollte es, dass er während seiner Ferien in Cornwall in den so genannten "Tenworthy Fall" verwickelt wurde. Sir Graham Forbes, Detektiv bei Scotland Yard, war völlig begeistert von Temples Vorgehensweise. Daraufhin lud er ihn zur Mitarbeit am mysteriösen Fall "The Knave of Diamonds" ein. Seitdem ist fraglich, was nun eigentlich Paul Temples Hauptjob, das Schreiben oder die Detektivarbeit.
 
Erfolgreich ist er - selbstverständlich - in beidem. Und wenn er nicht gerade schreibt oder Verbrecher aufspurt, dann widmet sich Temple dem Fischen und Sammeln von Erstausgaben der Musik Beethovens, Debussys und Jerome Kerns sowie von den Stucken Noel Cowards und den Gedichten Cole Porters.
 
Bei jeder Gelegenheit genießt er - wie konnte es bei einem Briten anders sein - Martinis, selbstverständlich trocken. Und nur in dieser Hinsicht kann Paul Temples Nachfolger James Bond seinem Vorbild das Wasser reichen. Nicht ausstehen kann Temple dagegen Menschen, die ihm ständig Ideen für seine Geschichten anbieten und Frauen, die wissen wollen, ob er unter seinem eigenen Namen schreibt. Genauso verabscheut der leicht versnobte Brite "heiße Rhythmen" und Austern. Trotzdem ist er in musikalischen Dingen natürlich aufgeschlossen, und wenn er eine heiße Sohle aufs Parkett legt, lasst er die männliche Konkurrenz regelmäßig im Regen stehen.
 
René Deltgen
Curzon, Vandyke, Jonathan, Gilbert, Spencer, Margo, Genf
René Deltgen wurde am 30 April 1909 in Luxemburg geboren. Um die Fahrt für das Vorsprechen an der Schauspielschule Köln bezahlen zu können, verkaufte er sogar sein Fahrrad. Eine lohnende Investition. René Deltgen bekam ein Stipendium an der Schule. 1929 spielte er an den Städtischen Bühnen in Köln, 1934 in Frankfurt, und 1936 holte ihn Eugen Klopfer nach Berlin. Von 1966 bis 1969 war Deltgen am Schauspielhaus Zürich engagiert, er absolvierte aber auch zahlreiche Gastspiele an den Münchner und Hamburger Kammerspielen und am Burgtheater in Wien. Seine bedeutendsten Theaterrollen waren Franz Moor, Geßler, Mephisto und der Mannelli in "Emilia Galotti".

Einem breiten Publikum wurde Rene Deltgen durch seine Auftritte in Film und Fernsehen bekannt. Lange Zeit war er hier auf die Rollen der harten und brutalen Männer beschrankt, später wandelte er sich mehr und mehr zum vielseitigen Charakterschauspieler. Berühmt sind die Edgar-Wallace-Verfilmungen "Der Hexer" und "Neues vom Hexer", in denen Deltgen die Hauptrolle spielte. Weitere bekannte Filme sind u. a. "Das Mädchen Johanna", "Kongo-Express", "Einer zuviel an Bord", "Kautschuk" und "Savoy-Hotel". Eine seiner letzten Rollen war die des Alm Oehi in der ARD-Fernsehserie nach Johanna Spyns Heidi. Rene Deltgen starb am 29 Januar 1979 im Alter von 69 Jahren in Köln.

 
Paul Klinger
Alex
Der beliebte Schauspieler Paul Klinger, geboren am 14 Juni 1907 in Essen, stand schon in der Schule auf der Buhne und studierte spater Theaterwissenschaft in München. Bald wandte er sich ganz dem Schauspielerberuf zu und verzeichnete viele Erfolge am Theater. 1929 hatte er sein erstes Engagement in Koblenz, danach in Oldenburg, Breslau und Dusseldorf. Zum Film kam Paul Klinger mit "Du sollst nicht begehren" (1933), der ihm einen Vertrag mit den damals großen Filmgesellschaften einbrachte. Er wirkte von 1933 bis 1970 in rund 70 Filmen mit. Am bekanntesten hat ihn seine Rolle des Jochen von Roth in der "Immenhof" Serie (1955-57) gemacht. In den 50er und 60er Jahren gehorte er zu den meistbeschäftigten Synchronsprechern Deutschlands. Er lieh u. a. Cary Grant William Holden, Bing Crosby, Jean Gabin, Stewart Granger, Henry Fonda, Jean Marais und Charlton Heston seine Stimme. Ab den frühen sechziger Jahren begann er eine Fernsehkarriere, u. a. in der Krimiserie "Kommissar Brahm". Paul Klinger starb am 14 November 1971 in München.

Franz Schafheitlin

Geboren 1895 in Berlin Schafheitlins Karriere begann in den 20er Jahren mit Stummfilmen wie »Die Frauengasse von Algier« (1927) und »Napoleon auf St Helena« (1929). In den 30er Jahren führte er trotz des Nationalsozialismus und des beginnenden Zweiten Weltkriegs seine Schauspieltätigkeit fort u. a. in »Der Hexer« und »Nanu Sie kennen Korff noch nicht?« mit Heinz Rühmann. Bis Kriegsende folgten noch weitere Filme z B »Münchhausen« und »Der große König« sowie »Titanic« Seine wohl produktivste Zeit als Schauspieler hatte er in den 50er Jahren. Zu seinen bekanntesten Filmen dieser Dekade zählen »Der Fall Rabenser« (1950), »Nachtschwester Ingeborg« (1958) und »Und ewig singen die Wälder« (1959). Seine letzten Rollen spielte er u. a. in der Edgar Wallace Verfilmung »Die toten Augen von London« sowie in der Serie »Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion« und in dem Film «Frühling auf Immenhof«.
Franz Schafheitlin starb 1980 in München.
 
Robert Ferguson
Jonathan, Gilbert, Spencer
 
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